Fahrschulen in Deutschland

...von der Chauffeur Ausbildung zum Führerschein...

Ein selbst geschriebener Lebenslauf, ein amtliches Sittenzeugnis und etwa 200 Mark in der Tasche - das öffnete den ersten Fahrschülern die Tür zur motorisierten Welt. 1904 gründete der Architekt Rudolf Kempf in Aschaffenburg die "Erste deutsche Autolenkerschule". Diese sollte laut Anmeldeschreiben "einen Stamm guter Chauffeure heranbilden, die das beste Mittel zur Verhütung von Unglücksfällen und zur Austreibung von Bedenken gegen das Automobil sind".

Der erste Kurs fand am 7. November 1904 statt, und es nahmen 36 technisch begabte Männer – Schlosser, Mechaniker, Automobilhändler – aus verschiedenen Nationen teil. Die zu dieser Zeit noch nicht vorgeschriebene Ausbildung sollte angehende Chauffeure auf ihren Beruf vorbereiten und in getrennten Kursen Fahrzeugbesitzern das Selbstfahren beibringen.
Zuvor hätten lediglich Autoverkäufer ihren Kunden ein paar Ratschläge zur Handhabung des Gefährts mit auf den Weg gegeben.

Die Autolenkerschule war Teil des "Kempf'schen Privat-Technikums Aschaffenburg". In den Satzungen heißt es: Die Schule habe den Zweck, "unbescholtene Männer zu Motorfahrzeuglenkern auszubilden" und sie mit allen Systemen von Motorfahrzeugen vertraut zu machen. Kempfs Fahrschule wurde von den Automobilherstellern begrüßt und unterstützt. Sie versprachen sich von einer guten Fahrausbildung ein größeres Käuferinteresse an den Automobilen.

Die Ausbildung war auf zehn Wochen angelegt und umfasste 15 Stunden Theorie-Unterricht, 12 Stunden Werkstatt-Tätigkeit und 8 Stunden praktische Fahrübungen. Reifenwechseln stand ebenso auf dem Lehrplan wie das Lesen von Landkarten. Während die bundesweit rund 800 000 Führerscheinbewerber heute vor allem die Regeln der Straßenverkehrsordnung im Kopf haben müssen, wurde den Fahrschülern vergangener Zeiten mehr technisches Wissen abverlangt. "Aus welchen Hauptteilen besteht ein Vergaser?", heißt eine Prüfungsfrage.

Wo heute Schilder und Vorschriften wie "Rechts vor Links" den Verkehr genau regeln, kreuzten Anfang des 20. Jahrhunderts Pferdekutschen und motorisierte Fahrzeuge ihre Wege unter der eingängigen Formel "Hott vor Mot", zeitweise wohl auch umgekehrt. Offizielle Regelungen habe erst das Kraftverkehrsgesetz von 1909 unter Kaiser Wilhelm II. gebracht.

Die Aschaffenburger Autolenkerschule bot ab 1905 auch speziell für Offiziere, Ärzte, Fabrikanten, Baumeister und Autobesitzer 14-tägige "Herrenkurse" an. 1906 benannte Kempf die Einrichtung in "Erste Deutsche Automobil-Fachschule" um und schloss eine "Unterabteilung für den Karosseriebau" an. Doch schon im November desselben Jahres wurde Kempf die Konzession für das Technikum entzogen. Man warf dem eigenwilligen Unternehmer Überlieferungen zufolge "mangelnde Befähigung zur Erhaltung finanzieller und administrativer Ordnung in seinem Unterrichtsunternehmen" vor. 419 Absolventen zählte die Fahrschule, ehe sie ihre Pforten in Aschaffenburg schloss und 1907 in Mainz einen Neuanfang startete.

Bereits am 3. Februar 1910 wurde mit der Verordnung, betreffend die Ausbildung von Kraftfahrzeugführern eine behördlich ermächtigte Person zur Ausbildung vorgeschrieben. Es konnte jedermann eine Ausbildung durchführen, wenn er Kenntnisse vom Fahren hatte. Der Beruf des Fahrlehrers wurde geboren.

Mit der Verordnung vom 1. März 1921 wurde die Erlaubnis zur Ausbildung von der oberen Verwaltungsbehörde neu geregelt. Von nun an sprach man von Fahrlehrer und Fahrschule. Damit wurde erstmals ein bestimmtes Mindestmaß an die Anforderungen eines Fahrlehrers gestellt. Auch der Inhaber einer Kfz-Fabrik oder Kfz-Handlung konnte sich als Fahrlehrer eintragen lassen.

Die Fahrlehrer-Ausbildung wurde mit dem Fahrlehrergesetz vom 25. August 1969, den so genannten Fahrlehrerausbildungsstätten übertragen. Fahrlehrer erhielten ab dieser Zeit eine richtige Ausbildung.

Fahrlehrer sind nach dem bundeseinheitlichen Gesetz über das Fahrlehrerwesen (Fahrlehrergesetz) und seinen Verordnungen staatlich anerkannte Lehrkräfte. Sie bilden ihre Schüler, in der Mehrzahl erwachsene Personen, die eine Erlaubnis zum Führen von Kraftfahrzeugen erwerben wollen (Fahrschüler), nach den Vorgaben der Fahrschüler-Ausbildungsordnung in Theorie und Praxis aus.

Wer Fahrschüler unterrichten bzw. ausbilden will, bedarf dazu der amtlichen Anerkennung, ausgewiesen durch die Fahrlehrerlaubnis/ Fahrlehrerschein. Diese wird in Deutschland auf Grundlage des Fahrlehrergesetz (FahrlG) von der zuständigen Straßenverkehrsbehörde auf Antrag erteilt, sofern der Antragsteller die allgemeinen Voraussetzungen und im Besonderen die abgeschlossenen Prüfungen der staatlich reglementierten Ausbildung vorweisen kann. Der Nachweis einer Lehrerlaubnis als staatlich anerkannter Fahrlehrer wird mit dem Fahrlehrerschein vorgenommen, der innerhalb der praktischen Ausbildung vom Fahrlehrer mitzuführen ist.

Von 1987 bis 2002 wurden in der Bundesrepublik Deutschland 44.642 Fahrlehrerlaubnisse erteilt (Quelle: KBA). Es gibt aktuell ungefähr 17.000 Fahrschulen in Deutschland.

Quelle: wikipedia.de

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